FC Rheineck - FC Au-Berneck 05 1:2

Au-Berneck hat den Wurm gefangen

Das gestrige 3.-Liga-Duell zwischen Rheineck und Au-Berneck wurde bereits um 10 Uhr angepfiffen. Die Gäste wirkten von Beginn an wacher und nutzten ihre Möglichkeiten in den entscheidenden Momenten. Durch den 2:1-Sieg (1:0) sichert sich Gelb-Blau den Titel des «frühen Vogels».

Mathias Winterberg im Kampf um den Ball

1. Oktober 2012

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Rheineck wurde diese Saison schon mehrfach gelobt. Gegen schwächere Mannschaften gelingt es der Knecht-Elf konsequent, ihre Spielweise umzusetzen und am Ende auch zu gewinnen. Diese Kaltblütigkeit ist es, welche der Städtli-Elf nach fünf Spieltagen die Leaderposition bescherte.
Bei Spitzenspielen sieht das anders aus: In Rebstein gab Rot-Blau innert 120 Sekunden eine 1:0-Führung aus der Hand. Auch gestern war der FCR nicht immer auf der Höhe. Au-Berneck hingegen nutzte die Schwächephasen clever; bei Druckphasen des Heimteams hielten sie dagegen. So hatten sie am Ende die Nase vorne, obwohl die Partie beim Stand von 1:1 in beide Richtungen hätte kippen können.

Besammlung um 7 Uhr
Den Grundstein für den Erfolg legte die Lehnherr-Stüdli-Elf in den ersten Minuten. Gelb-Blau wirkte präsenter, was vielleicht auch daran lag, dass die Truppe seit 7 Uhr morgens zusammen war. Nach acht Minuten feuerte Saiti den ersten Warnschuss in Richtung Serdeira. 300 Sekunden später war die Lage noch ernster: Liberatore schlug einen zielgenauen Diagonal-Ball auf Schudel, der mit Schwung an Aussenverteidiger Ibrahimi vorbeiziehen wollte. Im Zweikampf sprang der Ball an die Hand des Rheineckers – Schiedsrichter Reuteler entschied auf Penalty. Sanseverino nahm Anlauf und scheiterte mit einem Abschluss der Kategorie Rückpass am FCR-Keeper. Doch auch diese Aktion rüttelte die Hausherren nicht wach. Dem 1:0 noch am nächsten war Sandro Chiarello (33.): Nach einem Freistoss von Morina steig er am höchsten, Marco Dietsche im Auer Tor brachte die Fäuste aber gerade noch hinter den Kopfball. Kurz vor dem Seitenwechsel sahen die 300 Zuschauer dann doch noch ein Tor. Daniel Lichtenstern flankte zu Sanseverino, der im Rücken der Rheinecker Abwehr vergessen ging. Der Offensive stoppte den Ball optimal und hatte keine Mühe, ins lange Eck einzuschieben.

Mit dem psychologischen Vorteil starteten die Auer in Halbzeit zwei. Dieser währte aber lediglich 120 Sekunden, als Morina einen Freistoss aus 17 Metern zum 1:1 verwandelte. Sein Abschluss landete im Torhüter-Eck – Goalie Dietsches einziger Fehler am gestrigen Vormittag.

Sensationelle Paraden
Nach dem Ausgleich wogte das Spiel hin und her, beide Mannschaften spielten offensichtlich auf Sieg. Es war zudem die Phase, in der sich die Torhüter von ihrer besten Seite zeigten. Erst wurde Serdeira von Gzim Saiti geprüft. Eine Flanke von Schudel nahm der Stürmer volley (60.) und zielte gegen die Laufrichtung des Keepers. Dieser zeigte einen beachtlichen Reflex und kratzte den Ball von der Linie. Zehn Minuten später machte auch Marco Dietsche seinen Fehler beim 1:1 wett; sogar doppelt. Erst parierte er einen Freistoss Grecuccios (70.), beim anschliessenden Eckball fischte er einen Kopfball von Philipp Meyer aus dem Kreuz-Eck.

Sanseverino: Man of the Match
Mit dem 1:0 hatte auch Sanseverino seinen verschossenen Penalty wieder gut gemacht. Doch wie sein Torhüter korrigierte er den Misserfolg doppelt und traf in Minute 75 zum 2:1 aus Sicht der Gäste. Zuvor leistete sich Andy Rodrigues einen kapitalen Fehler, als er einen weiten Ball nicht klären konnte. Saiti brach auf der Seite durch und spielte zur Mitte, wo Sanseverino den Siegtreffer markierte.
Nach dem Spiel waren die Gemüter erhitzt, was die Bedeutung dieser Partie unterstreicht.  Rheineck täte gut daran, endlich auch gegen Mitfavoriten zu gewinnen. Verliert man diese Sechs-Punkte-Spiele, verliert man oftmals auch die Tabellenspitze.

3. Liga, Gruppe 2
Rheineck – Au-Berneck 1:2 (0:1)
Stapfenwies – 300 Zuschauer – SR: Stefan Reuteler.
Tore: 45. Sanseverino 0:1; 47. Morina 1:1, 75. Sanseverino 1:2.
Rheineck: Serdeira; Schlegel, Andy Rodrigues, Fuchs (79. Yürekli), Lendim Ibrahimi; Chiarello, Blerim Ibrahimi, Meyer, Grecuccio; Morina; Ljatifi (60. Zinko).
Au-Berneck: Dietsche; Winterberg (65. Dierauer), Liberatore, Pascal Lichtenstern, Egger; Schudel, Simon Lichtenstern, Daniel Lichtenstern, Vidallé; Sanseverino (85. Zeilinger); Saiti.
Gelbe Karten: 18. Saiti (Foul); 52. Grecuccio (Reklamieren), 54. Andy Rodrigues (Foul), 80. Egger (Ballwegschlagen), 90. Zinko (Foul), 90. Meyer (Reklamieren).