FC Au-Berneck 05 - FC Besa 8:0 (3:0)

Der FC Au-Berneck hat die Stadt-Sanktgaller Mannschaft BESA mit einem 8:0 (3:0) heimgeschickt. Nun folgen mit Rheineck, Ruggell und Rebstein Gegner von weit grösserem Kaliber.

Die Entscheidung zu Gunsten des Heimteams aus Au und Berneck war spätestens nach einer guten halben Stunde gefallen, als Livio Sanseverino nach einem früh abgefangenem Ball mit einem platzierten Schuss das 2:0 für die Gastegeber erzielte. Der einsatzfreudige Sanseverino war einer von zwei Doppeltorschützen für Au-Berneck, eine Doublette gelang im einseitigen Match auch Gzim Saiti.

23. September 2012

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Winkelried Pascal Lichtenstern
BESA, ein Team mit reichlich Migrationshintergrund, war allerdings ein Gegner, den man im Fachjargon als "Kanonenfutter" bezeichnet. In den ersten 20 Minuten waren die fussballerisch durchaus begabten St. Galler ein nahezu ebenbürtiger Gegner. Aber schon das 1:0 durch Verteidiger Pascal Lichtenstern in der 21. Minute nach einem Corner von Saiti hinterliess tiefe Spuren im Mannschaftsgefüge der Gäste. Bis zum Führungstreffer klappte im Spielaufbau von Favorit Au-Berneck nicht viel. Es fehlten insbesondere Präzision, Entschlossenheit, Konsequenz, Tempo und Augenmass.

Pascal Lichtenstern aber brach den Bann. Tore schiessen gehört nicht zu den Kernkompetenzen des vielseitig einsetzbaren Defensivspielers. "Es ist eine Ewigkeit her", so der Torschütze zum 1:0, seit er in einem Meisterschaftsspiel ins gegnerische Gehäuse getroffen hat. Bemerkenswert war das 1:0 nicht nur deshalb. Pascal Lichtensterns Brüder Daniel und Simon spielen auch für die erste Mannschaft des FC Au-Berneck. Sie gehören ebenfalls zu den Leistungsträgern. Trotz ihrer defensiven Aufträgen im Mittelfeld gelangen ihnen schon in den ersten beiden Runden Tore. Da wollte Pascal, obwohl in einer noch defensiveren Rolle, natürlich nachziehen. Und das möglichst rasch! "Eigentlich hatte ich bereits in der dritten Runde vor, ein Tor zu erzielen, nachdem meine Brüder schon in den Spielen 1 und 2 getroffen hatten." Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

"Es spielt keine Rolle, wer die Tore schiesst", sagte Pascal Lichtenstern nach dem Match.
Bedingungen wie am Samstag, regnerisch und unangenehm, behagen ihm besonders. Als einer der wenigen grossgewachsenen Spieler der Mannchaft aus Au und Berneck hat er den Auftrag, bei stehenden Bällen nach vorne zu rücken, um Kopfbälle zu ergattern. Dies erfordert reichlich Laufbereitschaft. Und diese Anstrengung will selbstredend auch einmal gekrönt werden mit einem Torerfolg. "Es ist für mich schon eine Genugtuung, dass es endlich wieder einmal geklappt hat", sagte Pascal Lichtenstern. In Vorbereitungsspielen war er bereits einige Male erfolgreich, auf diesen Treffer mit dem Kopf aber musste er lange warten.

Beinahe wäre es den Lichtenstern-Brothers gelungen, einen Familien-Hattrick zu verbuchen. Simon erhöhte nach zahlreichen vergebenen Chancen schliesslich auf 8:0, Daniel traf mit einem Kopfball in der 50. Minute aber nur den Pfosten. Erfreulich aus der Sicht des Heimteams war auch, dass dem talentierten Simon Schudel endlich ein Tor glückte. Zudem lieferte der 18-Jährige drei entscheidende Vorlagen. Das achte Tore gegen den Tabellenletzten, jenes zum 6:0, erzielte Jonathan Vidallé nach einer feinen Einzelleistung (aber auch mit Hilfe der gegnerischen Verteidigung). Den Auern und Berneckern gelangen die acht Treffer auch ohne den verletzten Gianni Catalano, den Rheintaler Topskorer der vergangenen Saison, und Marco Bucciol, der sich beim Aufwärmen die Bänder überdehnte und kurzfristig ersetzt werden musste. So agierten die Gastgeber mit einem fünfköpfigen Mittelfeld und bloss einer Spitze (Saiti).

Eingeschossen!
Allzu viel einbilden sollte sich die erste Mannschaft des FC Au-Berneck auf den Kantersieg nicht. BESA, Leader in der Liste der unfairsten Teams, schwächte sich durch den Ausschluss von Captain Ceta kurz vor dem Seitenwechsel überdies selber. Auch konditionell baute BESA stark ab. Auf das Team Au-Berneck warten nun aber Härteprüfungen der gröberen Art. Zunächst geht es am Sonntag um 10.00 Uhr in Rheineck mit dem Spitzenkampf weiter, dann warten mit Ruggell (home) und Rebstein (auswärts) zwei weitere Gegner mit grossen Ambitionen. In diesen drei Gipfeltreffen sollten sieben Punkte eingefahren werden, so die Zielsetzung des Präsidenten Good und des Cheftrainers Michael Lehnherr. Warm geschossen hat sich die Equipe aus dem Mittelrheintal mit dem dritten Zu-Null-Sieg in der Meisterschaft und den fünf Torerfolgen im Testspiel gegen den Zweitliga-Spitzenklub St. Margrethen. Ab sofort steht der FC Au-Berneck auf dem Prüfstand. Acht Tore gegen den "Kieselstein" BESA sind eine Ansage von ordentlicher Bedeutung, aber keine Garantie für weitere Erfolge.

Daniel Good

Au, Degern. - 150 Zuschauer - SR Markus Caduff.
Tore: 21. Pascal Lichtenstern 1:0. 31. Sanseverino 2:0. 38. Saiti 3:0. 53. Sanseverino 4:0. 59. Saiti 5:0.
63. Vidallé 6:0. 69. Schudel 7:0. 86. Simon Lichtenstern 8:0.
FC Au-Berneck 05: Dietsche; Winterberg, Liberatore (62. Yazici), Althaus, Pascal Lichtenstern; Schudel, Daniel Lichtenstern (62. Zeilinger), Sanseverino (59. Dierauer), Simon Lichtenstern, Vidallé; Saiti.
FC Besa: Rrustemi; Dauti, Bytyqi, Merri (8. Frrokaj), Perparim Morina; Gjoka (58. Mataj), Sadrijaj, Rulani, Dedaj; Pergjegjaj (46. Skender Morina), Ceta.
Bemerkungen: 45. Gelb-Rot Ceta (wiederholtes Reklamieren). 75. Gelb Zeilinger (Unsportlichkeit).