Fortuna für Fortuna St. Gallen

Wer die Tore nicht erzielt, bekommt sie eingeschenkt: Au-Berneck war dem 2.-Liga-Aufsteiger überlegen, sündigte aber vor dem Tor. Die Gäste siegten mit 2:1 (1:0).

Symbolbild

14. August 2012

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«Unglaublich, ich dreh' durch!» Das ist einer der milderen Ausrufe, die gestern von der Bank Au-Bernecks ertönten. Michael Lehnherr und Marc Stüdli mussten mit ansehen, wie ihre Mannschaft den oberklassigen Gegner phasenweise an die Wand spielte, am Ende aber verlor. Zu viele Möglichkeiten liessen die Auer ungenutzt.

Rückstand in erster Minute
Dabei sprach nach 56 Sekunden nicht viel für die Heimmannschaft: Johannes Sourdis fing einen folgenschweren Fehlpass ab und umspielte die Hintermannschaft. Unbedrängt konnte er zur Mitte spielen, wo Altmeister Gigi Städler nur noch einzuschieben brauchte. Es war einer der leichteren Treffer des langjährigen Altstätter Torjägers.
Die Blau-Gelben brauchten einen Moment, um sich zu fangen. In der Folge starteten sie ein Offensiv-Feuerwerk und wurden besser, je länger die Partie dauerte. Nach 33 Minuten spedierte Daniel Lichtenstern den Ball kurios an die Latte. Er wurde von Ehrenzeller im Tor der Gäste «angefaustet». Auch sein Bruder Pascal hatte in der nächsten Aktion kein Glück. Abermals nach einer Standardsituation köpfte er das Leder ins lange Eck, wo ein Verteidiger gerade noch auf der Linie klären konnte. Vor der Pause erzielte Bucciol ausserdem zwei Abseitstore. Beide Pfiffe waren fraglich. Der Unparteiische war gestern jedoch beidseitig nicht immer auf der Höhe.

Penalty bringt Ausgleich
In der zweiten Halbzeit machte Au-Berneck dort weiter, wo es zuvor aufgehört hatte. Nach 60 Minuten hätte Sanseverino das 1:1 erzielen müssen. Von Saiti bedient, traf er freistehend den Ball nicht richtig. Zum tragischen Held avancierte in der Folge Simon Schudel. Erst brachte der Youngster seine Farben zurück ins Spiel. Alleine vor Ehrenzeller schien er den Ball zu vertändeln, wurde dann aber regelwidrig gelegt. Liberatore verwandelte den fälligen Strafstoss.
Danach boten sich Schudel zwei weitere Möglichkeiten, den Führungstreffer zu erzielen. Beide Male scheiterte er unglücklich aus bester Abschlussposition. Doppelt bitter, denn fünf Minuten vor Schluss gelang Fortuna mit dem dritten Torschuss die Entscheidung: Städlers Geschoss parierte Keller noch, beim Nachschuss von Sourdis war er machtlos – 1:2.

Bericht: Raffael Zanoni