Präsident Daniel Good steht Rede und Antwort

25. Mai 2012

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3.-Liga-Wintermeister Au-Berneck spielt eine miserable Rückrunde. Präsident Daniel Good erklärt die Entlassung von Trainer Niederer und blickt schon auf die nächste Saison.

Herr Good, nach der Vorrunde war Au-Berneck noch Leader, jetzt spielt es die Saison mit einem Interims-Trainerduo fertig. Wie kam es zur Trennung von Trainer Daniel Niederer?
Daniel Good: Im Vorstand hatten wir den Eindruck, dass der Zusammenhalt zwischen dem Trainer und den Spielern nicht mehr da ist. Darauf haben wir (vor allem der Sportliche Leiter Antonio Stella) mit allen Spielern geredet. Die Rückmeldungen haben unsere Einschätzung bestätigt.

Deshalb haben Sie den Trainer entlassen?
Good: Wir haben mit Daniel Niederer den Vertrag nicht verlängert. Was die Unstimmigkeiten angeht, ist er anderer Meinung. Es ist so: 15 neue Spieler zu suchen, ist schwierig. Andererseits ist Au-Berneck für Trainer ein attraktiver Verein.

Sie verstehen, dass er dann sofort demissioniert hat?
Good: Ja, das kann ich nachvollziehen. In den fast zwei Jahren als Auer Trainer haben wir Niederer auch viel zu verdanken. Sehr löblich war auch sein Engagement im Verein, etwa beim Juniorencamp oder dem Grümpelturnier.

Obschon Au-Berneck Erster war, sagten im Winter viele Spieler recht öffentlich: «Wir steigen nicht auf.» Das liess nichts Gutes erahnen. Hätten Sie da nicht mal eingreifen müssen?
Good: Wir waren ja Leader, und mischten nach drei Runden im Frühling noch vorne mit – da konnten wir schlecht dem Trainer kündigen.
Sie hätten den Spielern klarmachen können, dass Au ein ambitionierter Verein ist, der in der 3. Liga an der Spitze mitspielen will.
Good: Im Nachhinein ist man klüger. Die Spieler haben sich tatsächlich die Suppe zu einem grossen Teil selbst eingebrockt, nun sollen sie mithelfen, die Suppe auszulöffeln. Schön ist, dass wir mit Gabriel Fernandez und Salvatore Roccia sofort eine gute interne Lösung gefunden haben.

Den Namen des neuen Trainers verraten Sie noch nicht?
Good: Es ist anzunehmen, dass er noch an diesem Wochenende bekannt gegeben wird.

Die aktuelle Saison können Sie ohnehin abhaken.
Good: Zum Glück holten wir in der Vorrunde viele Punkte… Auch zu Beginn der Rückrunde lief es noch einigermassen. Sehr desolat war aber die Leistung beim fünften Spiel gegen Rebstein (0:1). Es war vor allem dieser Match – den ich leider nicht sehen konnte –,der den Vorstand sehr beunruhigt hat.

Auch mit dem neuen Trainerduo hat es in Steinach kein positives Resultat gegeben.
Good: Das konnte nicht erwartet werden gegen die Mannschaft, die zusammen mit Ruggell in der Rückrunde durchgestartet ist.

Haben Sie noch ein Saisonziel?
Good: So weit vorne wie möglich abschliessen. Wir hatten im Sommer einiges für den Erfolg getan, aber dieser ist nicht planbar. So haben meine Kollegen im Vorstand und ich – das Tagesgeschäft läuft vor allem über die Ressortchefs – einige Spieler zurückgeholt und mit Ridvan Yazici (Wolfurt, Vorarlberg-Liga) einen Routinier geholt. Sehr positiv ist diese Saison hingegen, dass die B- und C-Junioren wahrscheinlich in der Meisterklasse bleiben.

Haben Sie beim Nachwuchs Ziele?
Good: Unser Ziel ist, bis 2015 mit A- bis C-Junioren in der Meisterklasse zu spielen. Das ist die Zukunft des Vereins. Und in diesem Bereich sind Planungen etwas verlässlicher als bei den Aktiven.

Ein Verein mit dieser Grösse und solchen Junioren gehört in die 2. Liga.
Good: Ja, mittelfristig muss das unser Anspruch sein. Das ist auch für die Perspektive der Junioren wichtig. So bleiben sie eher beim Verein, und wir müssen sie nicht später mühsam von anderen Clubs einsammeln – was uns bestens bekannt ist.

Dann greifen Sie nächste Saison an?
Good: Unser Anspruch ist sicher wieder, vorne mitzuspielen.

Den neuen Trainer geben Sie bald bekannt, gibt es Veränderungen in der ersten Mannschaft?
Good: Simon Schudel, Pirmin Hutter und Daniel Lichtenstern, die während der Saison aufgehört haben, wollen wir reaktivieren. Sie haben schon gezeigt, dass sie gute Spieler sind. Dazu werden wir von den erfolgreichen B-Junioren drei, vier Spieler ans Eins heranführen – und uns punktuell verstärken.

Interview: Yves Solenthaler