Nach dem Sieg im Vorjahr reüssierte der FC Au-Berneck auch am 15. Widnauer Hallenturnier. Den Erfolg im Penaltyschiessen ermöglichten zwei Ex-Auer beim Finalgegner Rüthi, die sich Fehlversuche leisteten.

Hallenmeister 2010 - FC Au-Berneck 05

26. Januar 2010

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An Hallenturnieren werden oft Geschichten geschrieben, die man sich noch während der ganzen Rückrunde erzählt. Unterklassige Teams erreichen den Finaleinzug, Junioren leisten ihre ersten Einsätze im Fanionteam und die Pokalfeiern um die Fasnachtszeit sind zumeist erst in den Morgenstunden fertig. Auch der 15. Raiffeisencup in Widnau – die inoffizielle Rheintaler Hallenmeisterschaft – war reich an Anekdoten.

Rüthi mit neuem Trainer
Rüthi, mit dem wohl grössten Kader angereist, machte über das ganze Turnier hinweg einen souveränen Eindruck und überzeugte mit denselben Tugenden wie auch in der Meisterschaft: Zusammenhalt, Kampf und Willen. Dies reichte der Equipe von Neotrainer Marcel Müller (bisher Mittelfeldspieler beim FCR) zum Finaleinzug gegen ein spielerisch starkes Au. Man führte zwischenzeitlich sogar 2:0, bis zum Ende der regulären Spielzeit glich Au-Berneck jedoch zum 2:2 aus.

Im Elfmeterschiessen gingen die Rüthner in Führung, bis mit Livio Sanseverino und Marco Bucciol zwei Ex-Auer durch Fehlschüsse den Auer Turniersieg ermöglichten. Trainer Müller ärgerte sich schliesslich über Bucciols Penalty. Er war viel zu legere geschossen.

Marc Batliner, der sich nur für das Final das Trikot überstreifte, sorgte mit dem letzten Elfmeter für die Entscheidung (6:5 n.P.). Eine Überraschung gelang Rebstein.

Das junge Team von Marc Stüdli hinterliess während den Gruppenspielen den besten Eindruck, scheiterte im Halbfinal allerdings am späteren Turniersieger. Ein weiterer Drittligist, St. Margrethen, startete ebenfalls stark ins Turnier (7:0 gegen Staad, 4:0 gegen Montlingen), baute gegen Ende der Gruppenphase ab und qualifizierte sich nicht für das Halbfinale.

FCW mit Rückkehrer Istrefi
An deren Stelle setzte sich der FC Widnau durch. Einen entscheidenden Anteil am späteren 3. Platz hatte der zurückgekehrte Valdet Istrefi. Er erzielte auch im kleinen Final, beim 5:1-Sieg gegen Rebstein, sein Tor und liess seine Klasse während des ganzen Turniers aufblitzen. Generell ist es derzeit aber ruhig, an der Transferfront. Noch kursieren vor allem Gerüchte. So auch, dass der ehemalige St. Gallen-Profi Vincenzo Zinna bald für Montlingen spielen soll. "Es ist noch nichts definitiv", schmunzelten die Montlinger Verantwortlichen am Hallenturnier.

Fest stehen zwei Zuzüge im FC Staad. Neuer Trainer ist der 42-jährige Daniel Niederer, er kommt von Stella Azzurra Rorschach. «Wir sind überzeugt, mit ihm die optimale Lösung gefunden zu haben», sagte Vorstandsmitglied Helmut Wüst. Zusätzlich spielt neu auch Firat Oezkarakaya auf dem Bützel, er kommt von der zweiten Mannschaft Rebsteins. Am Samstag funktionierte das Zusammenspiel noch nicht: Staad rangierte am Tabellenende.

Auch Montlingen und Diepoldsau erreichten das gewohnte Leistungsniveau nicht, sie waren aber auch mit einer dezimierten Mannschaft, ergänzt mit vielen Junioren, angetreten. Der wohl meistgenannte Hallenmythos («Auf dem Parkett ist auch für Aussenseiter alles möglich.») bewahrheitete sich in Widnau nicht, mit Rüthi und Au-Berneck reüssierten vor allem jene Teams, die auf das Gros ihrer Fanionspieler zählen konnten.

Halbfinale: Rebstein – Au-Berneck 3:4, Rüthi – Widnau 4:2, Platz 3,4: Rebstein – Widnau 1:5, Final: Rüthi – Au-Berneck 2:2 (5:6).