Die Spieler und die Fans geniessen das kühle Bier am Strand, die Eherfrauen müssen am Wochenende nicht mehr alleine Einkaufen gehen, wenn es so ist, dann ist Sommerpause im Fussball. Rund um den Verein wird es etwas ruhiger. Wir jedoch nutzen die Zeit um einen Einblick hinter die Kulissen zu werfen. Als erster Gast im Strandkorb steht uns der Sportchef Erich Sorell Rede und Antwort.

17. Juni 2009

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PZ: Hallo Erich. Als langjähriges Vereinsmitglied und 1. Mannschaftspieler stehst du nun als Sportchef dem Verein zur Verfügung. Was hat dich zu diesem Amt bewogen?

Erich: Obwohl ich meine Juniorenzeit beim FC Widnau absolvierte hat mich die Zeit beim FC Au stärker geprägt. Die Bindung zum Verein bewegte mich dazu, dieses Amt anzunehmen und aktiv an der Vereinsführung mitzuwirken. Dass ich im letzten Aktivjahr unter Roland Wildhaber trainierte und zusammen mit vielen der heutigen Akteure die Farben des Vereins verteidigte, beschleunigte meine Entscheidung sehr. Auch die Zusammensetzung im Vorstand hatte mir damals sehr zugesagt und es hat sich auch bestätigt. Wir arbeiten sehr gut zusammen und Meinungsverschiedenheiten werden schnell und unkompliziert gelöst. Dafür möchte ich mich hier bei meinen Vorstandskollegen bedanken.

PZ: Wie viele Freizeitstunden pro Woche opferst du für das Amt Sportchef ca.?

Erich: Eine genaue Zahl kann ich dir nicht nennen. Der Zeitaufwand variiert während einer Saison stark. So investierte ich im letzten Monat enorm viel Zeit für den Verein, davor war es jedoch etwas ruhiger. Auch die Wintermonate sind sehr zeitaufwendig.

PZ: Die 1. Saison in der 2. Liga regional ist demnächst vorbei. Wenn wir zurückblicken, müssen wir hoch zufrieden sein mit der Leistung des Trainiers und der Mannschaft. Nun welche Ziele werden für die nächste Saison angepeilt?

Erich: Mit der Leistung bin ich sehr zufrieden! Ich bin stolz auf diese Mannschaft. Sie haben nicht nur eine tolle Saison gespielt, sondern den Zuschauern auch etwas geboten. In den meisten Spielen übernahmen unsere Jungs das Spieldiktat und drängten die Gegner in die eigene Hälfte. Alle Beteiligten haben eine sehr gute Arbeit geleistet; Trainer Roli, Goalitrainer René, Coach Ossi und auch unsere Masseure Alfredo und Maurizio. Ziele für die nächste Saison möchte ich noch keine setzen. Zuerst muss das Kader feststehen. Ich bin jedoch der Meinung das Mindestziel sollte immer ein Rang besser als in der Vorsaison sein, oder!? :-)  die 2te Saison nach dem Aufstieg soll ja bekanntlich die schwierigste sein. Ich habe jedoch Vertrauen in unsere Mannschaft und bin der Überzeugung, dass wir wieder vorne mitspielen werden. Genaue Ziele werden später festgelegt.

PZ: Einige Leaderfiguren haben das Team verlassen. Welchen Aufgaben geht der Sportchef nun nach, um neue, gleichwertige Spieler zu finden? Oder verfolgt man die Philosophie, eigene Junge nachrücken zu lassen, dafür auf etwas weniger Qualität und Erfahrung zu setzen?

Erich: Das ist richtig! Wir haben jedoch im Team weitere Leaderfiguren, welche nun mehr Verantwortung übernehmen werden. Es wird einige Neuzuzüge geben. Unser Ziel, eigene Spieler zurückzuholen, stand schon ziemlich früh fest und ist uns auch  mehrheitlich gut gelungen. Natürlich werden auch Spieler im Juniorenalter nicht aus den Augen gelassen. Jüngere Spieler können immer nachrücken. Im Kader unserer ersten Mannschaft sind für die nächste Saison mehrheitlich (90%) Spieler aus der eigenen Jugend mit einem Altersdurchschnitt von ca. 21-22 Jahren. Dies zeigt, dass unsere Juniorenabteilung einen sehr guten Job macht und der FC Au-Berneck 05 auf dem richtigen Weg ist.

PZ: Der Rücktritt von Gabriel Fernandez zeichnete sich schon länger ab. Wäre es nicht sinnvoll gewesen, in dieser Saison einen neuen, jungen für Gabriel Fernandez aufzubauen? Der neue muss sich zuerst ans Team gewöhnen und noch das nötige Talent haben um Gabi vergessen zu machen?

Erich: Gabi war sicher ein wichtiger Spieler in dieser Mannschaft genau so wie Salva und Nino. Es sind 3 Stammspieler, die den Verein verlassen und somit Lücken hinterlassen. Meine Aufgabe ist diese Lücken zu schliessen. Jeder Spieler hat verschiedene Qualitäten, bringt seine Stärken mit und gibt der Mannschaft neuen Schwung. Deshalb ist für mich klar, dass kein Spieler mit Gabi oder einem Anderen verglichen werden muss. Gabi hat seine Aufgabe für den Verein hervorragend gelöst und jüngere Spieler in der Entwicklung sicher gefördert. Einen jungen Spieler extra auf diese Aufgabe vorbereiten mussten wir nicht, denn die haben wir bereits in unserer Mannschaft. Rinon, Simon, Peter, Jorge um nur einige Namen zu nennen können diese Position sicher auch besetzen. Die Aufgabe von unserem Trainer Roli ist nun die bestmögliche Aufstellung zu finden.

PZ: Transferzeit in den höchsten Fussballklassen der Welt heisst zu gleich Stress für die Sportchefs. Wie sieht es bei euch im Regionalfussball aus? Wie selektioniert man mögliche Neuzugänge und wie gehst du auf diese zu?

Erich: Für mich ist die Kommunikation mit dem Trainer sehr wichtig. Welche Positionen müssen ergänzt werden, welche Abgänge müssen wir verzeichnen und nach solchen Abklärungen suchen wir nach Lösungen. Einige können intern gelöst werden, andere suchen wir bei anderen Vereine. Wenn es dann noch ehemalige Auer Junioren sind, welche auswärts spielen, dann haben diese Spieler Priorität. Jedoch müssen Sie unserer Vorstellung auch entsprechen. Ich kann nur sagen unsere Rückkehrer sind motiviert, bringen zusätzliche Erfahrungen mit und werden unsere Mannschaft sicher verstärken.

PZ: Die Verpflichtung von Daniel Lichtenstern soll ja bereits fix sein. Auch der Zuzug von Michael Egger und die Rückkehr von Marc Hutter. Genügen diese 3 Spieler um eventuell noch erfolgreicher zu sein?

Erich: Es sind auch andere Spieler im Gespräch. Natürlich wollen wir erfolgreich bleiben und deshalb suche ich immer die beste Lösung für unseren Verein. Ich bin davon überzeugt, dass unsere Neuverpflichtungen die Mannschaft einen Schritt weiter bringen und wir somit auch unsere Ziele erreichen können.

PZ: Mit Marc Hutter kehrt ein ehemaliger Aufstiegs-Auer zurück. Welche Gründe sprachen für dich als Sportchef dafür, Marc wieder zurück zu holen oder zurückkommen zu lassen?

Erich: Marc ist ein sehr wichtiger Spieler für den FC Au-Berneck 05. Im Winter hatte er das Bedürfnis eine Liga höher zu spielen und so weitere Erfahrungen zu sammeln. Dies wurde ihm beim FC Diepoldsau ermöglicht. Nun hat er auch erlebt, wie es ist für einen anderen Verein zu spielen und der externe Spieler zu sein. Wir hatten im Winter ein sehr gutes Gespräch und ich bin mir sicher, dass er die nächste Saison wieder topmotiviert für unsere Mannschaft treffen wird.

PZ: Die Aufgabe als Sportchef ist für jeden Verein ernorm wichtig. Was für Aufgaben gehörten noch zu deinem Gebiet? Wie pflegst du den Umgang mit den Spielern der 1. Mannschaft? Besuchst du zb. die Trainings? Bist du während dem Pausentee in der Kabine?

Erich:  Wichtig ist immer den FC Au-Berneck in den Mittelpunkt zu setzen und dies auch den Beteiligten so zu vermitteln. Mir ist die Meinung der Trainer aber auch der Spieler sehr wichtig, so versuche ich so oft wie möglich mir zusätzliche Informationen zu holen. Es ist mir freigestellt, Trainings zu besuchen oder sogar teilzunehmen. Ab und zu nehme ich mir die Zeit und schaue etwas zu, meistens an Tagen, an welchen ich mit dem Trainer etwas besprechen muss.

PZ: Wir die 1. Mannschaft nächste Saison über gleichviel Stabilität in der Abwehr verfügen? Weshalb?

Erich: Davon bin ich überzeugt! Die Mannschaft ist sehr ausgeglichen und es können verschiedene Spieler in der Abwehr eingesetzt werden. Obwohl wir eine sehr junge Mannschaft haben, spielen einige Spieler schon ihre siebte Saison für das Fanionteam.

PZ: Für die Zukunft des Vereins gilt es auch voraus zu planen. Welche Aufgaben hat der Sportchef diesbezüglich? Juniorenförderung? Talenterkennung? Aufbau und Integration von Junioren in die 1. Mannschaft?

Erich: Die Juniorenförderung ist ein sehr wichtiger Faktor und deshalb ist es sehr wichtig, dass die Zusammenarbeit zwischen den Juniorentrainern und der Trainer der Aktivmannschaften funktioniert. Zur Zeit ist es so geregelt, dass immer am Dienstag 2 A- oder B- Junioren mit der ersten Mannschaft trainieren können. Welche Junioren geschickt werden entscheidet der Juniorentrainer. Nach erster Besichtigung können weitere Trainingsteilnahmen abgemacht werden. Unser Goali Sören, ab nächste Saison bei den A-Junioren, ist das beste Beispiel. Er trainiert regelmässig in der 1ten Mannschaft und wird als Ersatz für Guido eingesetzt. Einen Teileinsatz konnte er in der vergangenen Saison bereits erleben. Im Weiteren haben wir uns entschieden 8 A-Junioren in die 2te Mannschaft zu integrieren, um sie an den Aktivfussball zu gewöhnen und weiter zu fördern.

PZ: Vielen dank, dass du einige Einblicke über das Amt des Sportchefs preisgegeben hast.

Erich: Auch dir Phil besten Dank für die Führung unserer Homepage!

3 Antworten zu ‘Dolce Farniente - 1. Einblick’

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